Zunächst fing alles ganz harmlos an…
Anfang 2006 trat das Staatliche Baumanagement BS (SBN BS) an unser Büro heran, um eine statische Nachberechnung für das Dachtragwerk des Werkgebäudes I der JVA aufzustellen. Es war eine Dachsanierung vorgesehen – und wie häufig in solchen Fällen waren keine Bestandsunterlagen vorhanden.

Die Berechnung ergab, dass die bestehenden Stahlfachwerkkonstruktionen äußerst filigran und wirtschaftlich bemessen waren – für die bestehende Sheddach-Konstruktion ergab sich eine Ausnutzung von bis zu 103 %, unter Berücksichtigung der Schneelasten nach neuer DIN 1055, Ausgabe 2005, sogar bis zu 120 %!

Somit war eine Dachsanierung mit zusätzlichen Lasten ausgeschlossen – es musste sogar ein neuer Dachaufbau zur Lastreduzierung für das bestehende Tragwerk geplant werden, da weitere bauphysikalische Maßnahmen, insbesondere hinsichtlich Wärme- und Brandschutz erforderlich wurden, um die Nutzung als Werkhalle überhaupt fortführen zu können.

Da das SBN BS für die Planung derzeit keine Kapazitäten frei hatte, wurde unser Büro zusätzlich mit der Ausführungsplanung und der Objektüberwachung beauftragt, auch für die Stahlbau- und Brandschutzarbeiten.

Büro Westphal im Gefängnis

So wurde aus dem ursprünglichen Auftrag der statischen Plausibilitätskontrolle ein umfangreicher Auftrag mit einer Bauzeit von 8 Monaten.

Die Gesamtmaßnahme beinhaltete die abschnittsweise Sanierung der 2.500 m² Dachflächen sowie die Stahlbau- und Brandschutzarbeiten mit ca. 450 m² Brandschutzbeplankungen.

An dieser Stelle möchten wir uns für die sehr angenehme Zusammenarbeit mit Herrn Kanigowski von der JVA und Herrn Nast vom Staatlichen Baumangement BS bedanken – und dafür, dass Herr Schliesenski wieder raus durfte! Denn laut Herrn Kanigowski ist es  zwar “ relativ einfach, in eine JVA hinein zu kommen, aber sehr schwer, wieder hinaus zu kommen.“

* Projekt vom Ingenieurbüro für Bautechnik, Dipl.-Ing. H.-G. Westphal
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