Statische Überprüfung eines Stahlbauturms im Harz

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Hexerei?

Das Verschwinden eines Stahlbauturms im Harz…

… gibt keine Rätsel auf – hier war keine Hexerei im Spiel. Aber teuflisch gute (Tragwerks-) Planung war es schon, die den Abriss des maroden Turms begleitet hat: „Statik by W+S WESTPHAL“.

Überprüfung eines Stahlbauturmes

Von der Eigentümerin eines 1952 erbauten Aussichtsturmes wurden wir mit dessen Überprüfung beauftragt. Der Turm diente auch als Auflager einer Skisprungschanze „K 90“, auf der bis 2010 noch Skispringer starteten. Nach einer Erstbegehung mit Sichtprüfung war schnell zu erkennen, dass die vorhandenen Korrosionsschäden am Traggerüst umfangreiche handnahe Überprüfungen erforderten.

Dabei zeigten sich so erhebliche Korrosionsschäden an den Treppen sowie an der Tragkonstruktion, dass der Turm von uns sofort gesperrt wurde. Bei den Überprüfungen fanden wir Bauteile, die in Teilbereichen quasi zu 100% weggerostet waren.

Zur Vermeidung eines Turmeinsturzes musste die mögliche Beanspruchung der Konstruktion umgehend verringert werden. Dazu wurde die Außenverkleidung entfernt und so die Windangriffsfläche stark verringert. Ein rechnerischer Nachweis, bei dem die stark geschädigten Träger aus dem System genommen wurden, ergab unter Ansatz einer Windbelastung mit 60% der Normlasten eine für Bauzustände gerade noch ausreichende Standsicherheit. Somit konnten wir den Betrieb der in unmittelbarer Nähe des Turmes befindlichen Gastwirtschaft weiter zulassen.

Die anschließenden weiteren Untersuchungen und Probe-Sandstrahlarbeiten kamen aber zu dem Ergebnis, dass eine Ertüchtigung und Instandsetzung des tragenden Turmgerüstes nicht möglich war.
Eine Entrostung mit anschließender dauerhafter Neubeschichtung ist nicht möglich. Bedingt durch die Korrosion wurde ein Querschnittsverlust in einzelnen Stielbereichen von bis zu 60% festgestellt.

Nach umfassender Prüfung konnte der Eigentümerin nur noch die Demontage des Turmes und der Schanzen-Konstruktion – insgesamt etwa 12 Tonnen Holz und 50 Tonnen Stahl – empfohlen werden. Die erforderliche Abbruchgenehmigung, die Abbruchstatik sowie die Bauleitung der Abbrucharbeiten wurde uns ebenfalls übertragen.

Demontage mit Industriekletterern

Zusammenfassend eine spannende und auch anstrengende Aufgabe auf dem höchsten Berg Niedersachsens. Die Demontage- und Abbrucharbeiten wurden durch die Werner Otto GmbH aus Hameln durchgeführt. Das Team aus erfahrenen Monteuren und Industriekletterern hat eine hervorragende Leistung erbracht. Die Zusammenarbeit hat bei aller Nervenanspannung richtig Spaß gemacht.

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