Neubau Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Braunschweig

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Institut für Flugsystemtechnik

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR baut in Braunschweig in Kooperation mit der Technischen Universität und mit Förderung der Helmholtz-Gesellschaft ein neues Simulatorzentrum für die Luftfahrtforschung.

„Das neue Simulatorzentrum wird der Luftfahrtforschung eine gänzlich neue Qualität verleihen. Es wird sich als Bindeglied zwischen die Flugerprobungsträger des DLR und die Systemlabore der Flugsystemtechnik einreihen und so eine in Europa einmalige Forschungsinfrastruktur schaffen“, so Prof. Dr. Stefan Levedag, Direktor des DLR-Instituts für Flugsystemtechnik.

Forschung an Hubschraubern und Flugzeugen

Das Simulatorzentrum wird vorrangig der Flugversuchsvorbereitung der fliegenden Forschungsplattformen ATRA (Advanced Technology Research Aircraft), einem modifizierten Airbus A320, und FHS (Flying Helicopter Simulator), einem ebenfalls modifizierten Eurocopter EC135, dienen. Der modulare Aufbau befähigt zur parallelen Forschung an Hubschraubern und Flugzeugen sowie zur Nutzung von Bewegungs- und Festsitzsimulatoren. Die Cockpits der Simulatoren können ausgetauscht werden.

Kernthema des Zentrums ist die Erforschung der dynamischen Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Interaktion mit Wirbelschleppen, also Turbulenzen, die von voran fliegenden Flugzeugen hervorgerufen werden.

Der Neubau besteht aus dem unterkellerten Büro- und Labortrakt sowie der Versuchs- und Rüsthalle. Im Büro- und Labortrakt sind untergebracht: Leitstand, Rechnerräume, Versuchsvorbereitungsräume, Labor, Räume der Lüftungs- und Klimatechnik, Büro- und Sitzungsräume, Sozialräume.

Der Entwurf ist geprägt durch die konsequente Planung von innen nach außen und durch die optimale Anordnung der Räume zur Nutzung der Simulatoren. Die Leitstände des Bewegungssimulators sind im Erdgeschoss des Bürotraktes untergebracht und haben über großflächige Verglasungen Sichtverbindungen zum Simulator.

Die Haupttragglieder des Hallenneubaus bilden Stahlrahmen unter Verwendung handelsüblicher Walzprofile. Die Knoten Dachriegel/Stützen sind biegesteif ausgeführt. Auf der Westseite sind die Stützen in Köcher­fundamenten eingespannt, die in die Kelleraußenwand eingebunden sind. Auf der Ostseite stehen die Rahmenstützen auf einem Dach-Randüberzug des Bürotraktes.

Durch diese Konstruktion ergab sich ein wirtschaftliches Tragwerk mit geringen Verformungen und Durchbiegungen.

Das Fundament des Bewegungssimulators (ca. 9,5 x 9,5 x 1,5 m = 135 m³, ca. 330.000 kg Eigengewicht) ist durch entsprechende Fugen vollständig vom Hallenfußboden bzw. der übrigen Gebäudekonstruktion getrennt, um eine Weiterleitung von Schwingungen zu minimieren.

In der Versuchs- und Rüsthalle, in der sich der Festsitz- und der Bewegungsimulator befinden, wird ein Einträger-Brückenkran mit einer Tragkraft von 5.000 kg betrieben. Mit ihm können schwere Bauteile vom Hallentorbereich an bestimmte Positionen in der Hallenbereich transportiert werden.

Der Büro- und Labortrakt wurde in konventioneller Massivbauweise erstellt, dabei wurden die Stützen und aussteifenden Wände (erhalten auch Horizontallasten aus der Halle) in Stahlbeton hergestellt.

Zur einfacheren Installation der Labor-, Haus- und Computertechnik wurden die Decken ohne Unterzüge ausgeführt und im Inneren als punktgestützte Platten bemessen (Flachdecke).

Die Versuchshalle wurde direkt an ein vorhandenes Gebäude (ehemaliger Überschallwindkanal) angebaut. Die vorhandenen Gründungsbauteile waren dabei zu berücksichtigen.

Anspruchsvolles Tragwerk

Unser Büro war mit der Tragwerksplanung für dieses interessante Projekt beauftragt. Bereits im Mai 2007 begann unsere Vorplanung für das Projekt. Mitte 2012 wird das neue Simulatorzentrum vollständig in Betrieb gehen.

* Projekt vom Ingenieurbüro für Bautechnik, Dipl.-Ing. H.-G. Westphal

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