Erweiterungsneubau für die Gymnasien Ricarda-Huch-Schule und Neue Oberschule, Braunschweig

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2011 schlossen die Stadt Braunschweig und die Hochtief-Tochter Solutions eine Public Private Partnerschaft (PPP).
In den nächsten 25 Jahren betreibt und saniert das Essener Unternehmen neun städtische Schulen, zwei Turn- und Sporthallen und drei Kindertagesstätten. Die Gebäude bleiben dabei stets Eigentum der Stadt. Die Verwaltung hat errechnet, dass sie mit diesem Konzept 32 Mio. Euro weniger ausgibt als bei eigener Durchführung. Das Büro W+S WESTPHAL ist durch Hochtief Solutions mit der vielfältigen Tragwerksplanung von Neu- und Umbauten in mehreren Liegenschaften beauftragt worden.
Mit einem Auftragsvolumen von 211 Mio. Euro war es eines der bundesweit größten PPP-Projekte im Schulbereich.
Für 5 Mio. Euro entsteht an der Mendelssohnstraße nach Plänen des Braunschweiger Architekturbüros struhk Architekten ein von den Gymnasien Ricarda-Huch- Schule und Neue Oberschule gemeinsam zu nutzender dreigeschossiger Erweiterungsneubau mit 2.042 m² Nutzfläche.

„Musentempel“ für Braunschweiger Gymnasien

Hier finden ab November 2013 Fachunterrichtsräume für Kunst und Musik sowie eine Mediothek Platz. So hatte das Gebäude schon bei der Grundsteinlegung seinen Spitznamen weg: Als „Musentempel“ bezeichnete es Marten Kohlfart, Leiter der Neuen Oberschule, bei der Grundsteinlegung. Der Erweiterungsneubau dient den Erfordernissen beider Schulen, jeweils Ganztagsbetriebe einzurichten. Die Lage des Baukörpers wurde so gewählt, dass er von beiden Schulen gut zugänglich ist.
Der Eingangs- und Pausenbereich definiert sich nach dem Farb- und Materialkonzept des Architekten durch die großzügige Verglasung und eine Spachtelung in Sichtbetonoptik. Verstärkt wird die Raumaufteilung durch eine rechteckige weiße Rasterdecke mit an der Hauptgehrichtung vom Windfang zur Mediothek ausgerichteten Beleuchtung. Der Eingang zur Mediothek hat als Kontrast zu den Funktionsbereichen eine großflächige Verglasung mit gut wahrnehmbarem Tageslicht.

Barrierefrei und umweltfreundlich

Alle Geschosse sind barrierefrei erreichbar und es gibt einen außenliegenden Sonnenschutz. Das neue Gebäude wird an die Fernwärmeversorgung der Stadt Braunschweig angeschlossen und umweltfreundlich über Kraft-Wärme-Kopplung mit Abwärme aus dem Stromerzeugungsprozess betrieben.

Bauherr mit Zusammenarbeit sehr zufrieden

Es war das fünfte PPP-Schulprojekt von Hochtief. Die Zwischenbilanz von Ricarda-Huch-Schulleiter Frank Nührig fällt positiv aus: „Wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit mit Hochtief. Alles läuft schnell und reibungslos…“ Auch Hans-Georg Westphal zeigt sich zufrieden: „Die Zusammenarbeit läuft ausgesprochen partnerschaftlich.“

Das Tragwerkskonzept

W+S WESTPHAL war durch die Hochtief Schulpartner Braunschweig GmbH mit dem Hochbau- und Tragwerkskonzept des Erweiterungsneubaus beauftragt worden.
Der fugenlose, rechteckige Baukörper ist einschließlich des Windfanges an der Gebäudesüdseite 40,50 m lang und 19,80 m breit. Die Kellersohle liegt 3,0 m unter der Geländeoberkante der Dachabschluss in Form der Attika-Oberkante liegt bei 11,80 m über Gelände. Die Geschosshöhe beträgt im Untergeschoss 3,00 m, im Erdgeschoss 4,08 m und in den beiden Obergeschossen 3,67 m.

Betont sachlicher, streng kubischer Baukörper

Auf Grundlage der Entwurfspläne von struhk architekten wählten wir für die Tragstruktur des Gebäudes einen Stahlbetonskelettbau mit unterzuglosen Flachdecken.
Aufbauend auf dem für die Unterrichtsräume erforderlichen Ausbauraster ergeben sich Deckenfelder von maximal 9,60 m Länge und 8,10 m Breite. Die Deckenstärken im Erdgeschoss und über dem 1. Obergeschoss betragen 30 cm. Für die Decke über dem 2. Obergeschoss, die zugleich Dachdecke ist, waren 28 cm ausreichend.
Die Abtragung der vertikalen Gebäudelasten erfolgt über Stahlbetonstützen und Stahlbetonwände.
Die wenigen Stahlbetonwände, die auch die Abtragung der horizontalen Lasten (Windkräfte) realisieren und im Zusammenwirken mit den Deckenscheiben die erforderliche Steifigkeit des Baukörpers gewährleisten, sind an den Gebäude­schmalseiten im Bereich der Erschließungszonen (Treppenhäuser, Aufzug, Installationsschacht) angeordnet. Dazwischen verbleibt für die Unterrichtsräume ein Bereich von 25,50 m x 19,8 m = 505 m² ohne störende Längs- oder Querwände.
Die tragenden Elemente im Inneren dieses Bereiches sind lediglich je 2 Stahlbetonstützen in den beiden Flurwandachsen. Dadurch ist eine maximale Umbauvariabilität gegeben. Leichte, nicht tragende Trennwände können je nach Erfordernis an beliebiger Stelle angeordnet werden. Die mit bis zu 230 Tonnen belasteten Innenstützen wurden im Erdgeschoss als 35 cm dicke Rundstützen ausgeführt.
Die Außenwände erhalten ein 14,5 cm dickes Wärmedämmverbundsystem mit farbigem mineralischen Edelkratzputz. Außentüren, Fenster und die geschossübergreifenden Elemente der Pfosten-Riegel-Fassade werden als Aluminiumkonstruktionen hergestellt.
Der nicht unterkellerte Bereich des Gebäudes wurde frostfrei mittels Streifen- und Einzelfundamenten, die mit einer durchgehenden 25 cm dicken Stahlbetonsohle verbunden sind, flach gegründet.
Der unterkellerte Bereich erhielt als Gründung eine 30 cm dicke Stahlbeton-Sohlplatte. Da das Grundwasser bis zu 1 m über der Kellersohle stehen kann, wurde das Untergeschoss als wasserundurchlässige Stahlbetonkonstruktion („Weiße Wanne“) konzipiert.
Dass diese Wahl richtig war, zeigte sich schon bei der Bauausführung im Juli 2012. Kellersohle und Kellerwände konnten nur unter Zuhilfenahme einer Wasserhaltung (Grundwasserabsenkung) errichtet werden.

Quellen: www.braunschweiger-zeitung.de, www.struhk.de, ppp.hochtief.de

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